Der perfekte Kontakt-Bereich für Ihre Website
Der Besucher hat sich Ihre Website angesehen. Er ist interessiert. Er will Kontakt aufnehmen. Und dann? Dann findet er ein Kontaktformular mit 15 Pflichtfeldern, eine Telefonnummer als Bild (nicht klickbar) und eine E-Mail-Adresse im Format info@firma-xyz-gmbh.de, die man sich nicht merken kann.
Die Kontaktseite ist die wichtigste Seite Ihrer Website – denn hier wird aus einem Besucher ein Kunde. Oder eben nicht. In diesem Artikel zeige ich, wie Sie Ihren Kontakt-Bereich so gestalten, dass möglichst viele Besucher den letzten Schritt machen.
Warum die meisten Kontaktseiten schlecht sind
Zu viele Pflichtfelder
Jedes zusätzliche Feld in Ihrem Kontaktformular senkt die Ausfüll-Rate um etwa 10%. Ein Formular mit 8 Feldern hat eine dramatisch niedrigere Conversion Rate als eines mit 3 Feldern. Die Regel: Fragen Sie nur, was Sie unbedingt brauchen. Name, E-Mail oder Telefon, Nachricht – fertig.
Nur eine Kontaktmöglichkeit
Manche Menschen hassen Formulare. Andere telefonieren nicht gerne. Wieder andere wollen eine E-Mail schreiben. Wenn Sie nur eine Kontaktmöglichkeit anbieten, schließen Sie alle anderen aus.
Kontaktseite versteckt
Wenn Besucher den Kontakt-Link suchen müssen, haben Sie schon verloren. Der Kontakt sollte von jeder Seite aus mit maximal einem Klick erreichbar sein.
Die Elemente einer perfekten Kontaktseite
1. Schlankes Kontaktformular
Maximal 4-5 Felder:
- Name (Pflicht)
- E-Mail oder Telefon (Pflicht – lassen Sie die Wahl)
- Betreff oder Leistung (optional, als Dropdown)
- Nachricht (Pflicht)
- Datenschutz-Checkbox (Pflicht, DSGVO)
Wichtig: Die Bestätigung nach dem Absenden. „Vielen Dank, wir melden uns innerhalb von 24 Stunden" ist besser als ein technisches „Formular erfolgreich gesendet". Noch besser: Leiten Sie auf eine Danke-Seite weiter – das können Sie als Conversion in Google Analytics tracken.
2. Telefonnummer (klickbar!)
Die Telefonnummer muss auf dem Smartphone mit einem Fingertipp anrufbar sein. Technisch: <a href="tel:+491234567890">. Ohne diese Verlinkung verlieren Sie mobile Besucher, die sofort anrufen wollen.
Zeigen Sie auch Ihre Erreichbarkeit: „Montag bis Freitag, 9:00 – 17:00 Uhr". So weiß der Besucher, wann er Sie erreichen kann.
3. E-Mail-Adresse
Neben dem Formular sollten Sie auch eine direkte E-Mail-Adresse anbieten. Manche Besucher bevorzugen das – besonders wenn sie Anhänge mitschicken wollen. Auch hier: klickbar als mailto:-Link.
4. Karte und Anfahrt
Für lokale Unternehmen Pflicht. Eine eingebettete Google Map zeigt Ihren Standort und erleichtert die Anfahrt. Ergänzen Sie mit:
- Vollständige Adresse
- Parkmöglichkeiten
- ÖPNV-Anbindung
- Barrierefreiheit (wenn vorhanden)
5. Erwartungsmanagement
Sagen Sie dem Besucher, was nach der Kontaktaufnahme passiert: „Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden per E-Mail." oder „Nach Ihrer Anfrage erhalten Sie ein individuelles Angebot innerhalb von 3 Werktagen." Das reduziert Unsicherheit und erhöht die Kontaktbereitschaft.
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Kontakt nicht nur auf der Kontaktseite
Der Fehler vieler Websites: Der Kontakt wird nur auf der Kontaktseite angeboten. Aber ein Besucher, der gerade Ihre Leistungsseite liest und überzeugt ist, soll nicht erst zur Kontaktseite navigieren müssen.
Integrieren Sie Kontaktmöglichkeiten auf jeder wichtigen Seite:
- Header: Telefonnummer und/oder „Kontakt"-Button immer sichtbar
- Leistungsseiten: Call-to-Action am Ende jeder Seite („Interesse? Jetzt anfragen.")
- Blog: Kontakt-Box am Ende jedes Artikels
- Footer: Vollständige Kontaktdaten auf jeder Seite
- Sticky CTA: Auf Mobile ein permanenter „Anrufen"-Button am unteren Bildschirmrand
Kontaktformular vs. Online-Terminbuchung
Ein Kontaktformular ist gut. Eine Online-Terminbuchung ist besser. Warum? Weil sie den Prozess abkürzt. Statt Formular ausfüllen → warten → Termin per E-Mail abstimmen → Termin bestätigen kann der Besucher direkt einen passenden Termin wählen.
Tools wie Calendly, Cal.com oder TidyCal machen das einfach. Der Besucher wählt einen freien Termin, bekommt eine automatische Bestätigung und Sie haben den Termin in Ihrem Kalender. Kein E-Mail-Ping-Pong.
DSGVO bei Kontaktformularen
Ihr Kontaktformular muss DSGVO-konform sein:
- Datenschutz-Checkbox: Der Besucher muss aktiv zustimmen, dass seine Daten verarbeitet werden
- Keine vorausgewählten Checkboxen: Die Zustimmung muss aktiv erfolgen
- Verschlüsselung: Das Formular muss über HTTPS gesendet werden
- Datenschutzerklärung: Verlinken Sie auf Ihre Datenschutzseite und erklären Sie, wie die Daten verarbeitet werden
- Keine unnötigen Daten: Erheben Sie nur Daten, die Sie für die Kontaktaufnahme brauchen
Ihr Webdesigner sollte sich um die technische Umsetzung kümmern – aber Sie sollten wissen, worauf es ankommt.
Häufige technische Fehler
- Formular sendet nicht: Testen Sie Ihr Kontaktformular regelmäßig. Nichts ist schlimmer als ein Formular, das ins Leere läuft.
- Spam-Schutz zu aggressiv: Captchas frustrieren Besucher. Nutzen Sie unsichtbare Spam-Schutz-Methoden (Honeypot, reCAPTCHA v3).
- Keine Bestätigungs-E-Mail: Der Absender sollte eine automatische Bestätigung erhalten, dass seine Nachricht angekommen ist.
- Mobiles Formular nicht optimiert: Felder müssen groß genug für Touchscreen sein, die Tastatur muss zum Feldtyp passen (E-Mail → @-Tastatur).
Fazit: Machen Sie den Kontakt so einfach wie möglich
Jede Hürde zwischen dem Besucher und der Kontaktaufnahme kostet Sie potenzielle Kunden. Reduzieren Sie Formularfelder, bieten Sie mehrere Kontaktwege an, machen Sie Telefonnummern klickbar und sagen Sie klar, was nach dem Kontakt passiert.
Die Faustregel: Wenn Ihre Mutter das Kontaktformular auf dem Smartphone problemlos ausfüllen kann, ist es gut genug.
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