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Recht & DSGVO|2 Min. Lesezeit|27. April 2026|von Marcel Kremer

Barrierefreie Website 2026: Was das BFSG für Sie bedeutet

Übersicht
Recht & DSGVO

Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG). Es verpflichtet viele Unternehmen, ihre digitalen Angebote barrierefrei zu gestalten. Klingt nach Bürokratie – hat aber echte Auswirkungen auf Ihre Website.

Was ist das BFSG?

Das BFSG setzt die EU-Richtlinie zur Barrierefreiheit (European Accessibility Act) in deutsches Recht um. Es verpflichtet Unternehmen, bestimmte Produkte und Dienstleistungen barrierefrei anzubieten – einschließlich Websites und Onlineshops.

Barrierefrei heißt: Menschen mit Behinderungen (Sehbehinderung, Hörbehinderung, motorische Einschränkungen) können Ihre Website gleichwertig nutzen. Konkret orientiert sich das an den WCAG 2.1 Richtlinien (Web Content Accessibility Guidelines).

Bin ich betroffen?

Direkt betroffen sind Unternehmen die:

  • Onlineshops betreiben (E-Commerce)
  • Bankdienstleistungen online anbieten
  • Telekommunikationsdienste bereitstellen
  • E-Books oder digitale Medien verkaufen
  • Personenbeförderungsdienste online anbieten

Ausgenommen sind: Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern UND unter 2 Mio. € Jahresumsatz – aber nur wenn sie Dienstleistungen anbieten, nicht Produkte.

Wichtig: Auch wenn Sie nicht direkt unter das BFSG fallen, wird Barrierefreiheit zunehmend zum Standard. Abmahnanwälte entdecken das Thema gerade, und barrierefreie Websites haben bessere SEO-Werte.

Die wichtigsten Anforderungen

Wahrnehmbar

  • Bilder haben beschreibende Alt-Texte
  • Videos haben Untertitel
  • Kontraste sind ausreichend (mindestens 4,5:1 für Text)
  • Schriftgröße ist anpassbar ohne Layout-Bruch

Bedienbar

  • Alle Funktionen sind per Tastatur erreichbar
  • Kein Inhalt blinkt schneller als 3x pro Sekunde
  • Skip-Links zum Hauptinhalt vorhanden
  • Genug Zeit für Formulareingaben

Verständlich

  • Sprache der Seite ist im HTML angegeben
  • Formulare haben klare Labels und Fehlermeldungen
  • Navigation ist konsistent auf allen Seiten

Robust

  • Gültiger HTML-Code
  • Semantische Elemente statt nur visueller Gestaltung
  • Kompatibel mit Screenreadern und anderen Hilfstechnologien

Was können Sie jetzt tun?

  1. Website prüfen: Tools wie WAVE oder axe DevTools zeigen Barrierefreiheits-Probleme an.
  2. Alt-Texte prüfen: Haben alle Bilder beschreibende Alternativtexte?
  3. Kontraste prüfen: Ist der Text auf allen Hintergründen gut lesbar?
  4. Tastatur-Test: Können Sie Ihre Website nur mit Tab und Enter bedienen?
  5. Professionell prüfen lassen: Bei Unsicherheit einen Audit durchführen lassen.

Barrierefreiheit ist auch gutes SEO

Barrierefreie Websites sind automatisch besser für Suchmaschinen:

  • Alt-Texte helfen Google, Bilder zu verstehen
  • Semantisches HTML hilft Google, die Seitenstruktur zu verstehen
  • Gute Kontraste und Schriftgrößen verbessern die Nutzererfahrung – ein Ranking-Faktor
  • Schnelle Ladezeiten sind Teil beider Anforderungen

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